Ist ein Ereignis $A$ bereits eingetreten und man
will jetzt die Wkt von einem Ereignis $B$ wissen,
so spricht man von
einer bedingten Wahrscheinlichkeit.
Man schreibt $P_A(B)$ für die Wkt, dass $B$ eintritt, wenn $A$ bereits
eingetreten ist (auch: $P(B\mid A))$.
Beispiel:
Würfel: $A=$ "gerade Zahl" und $B=$ "eine 6".
Somit ist $P(A)=\frac13$ und $P(B)=\frac16$.
Man weiß es ist eine gerade Zahl geworfen worden.
Mit welcher Wkt ist es eine 6? möglich: nur noch (2,4,6) günstig: die 6
$P_A(B) = \dfrac{|\{6\}|}{|\{2,4,6\}|}
=\frac13$
Man weiß es ist keine gerade Zahl geworfen worden.
Mit welcher Wkt ist es eine 6? möglich: (1,3,5) günstig: die 6 (nicht möglich, da 6 gerade)
$P_{\bar A}(B)
= \frac{0}{3}=0$
Man weiß es ist keine gerade Zahl geworfen worden.
Mit welcher Wkt ist es keine 6? möglich: 1,3,5, günstig: 1,2,3,4,5 (aber 2, 4 nicht möglich)
$P_{A}(\bar B) = \dfrac{|\{1,2,3,4,5\}|}{|\{1,3,5\}|}
= \dfrac{|\{1,3,5\}|}{|\{1,3,5\}|}
= \dfrac{3}{3}=1$
Wenn $A$ bereits eingetreten ist, dann ist $A$ die neue Ergebnismenge.
Es können ab jetzt nur Ergebnisse eintreten, die in $A$ sind.
Die günstigen Ergebnisse sind also die, welche in $B$ und in $A$ sind.
Mit günstig durch möglich ergibt sich also:
$P_A(B) = \dfrac{P(A\cap B)}{P(A)}$
Folgende Abbildung veranschaulicht dies:
mögliche und günstige Ereignisse nachdem $A$ eingetreten ist und $B$ gewollt ist
Beispiele von vorher:
Würfel: $A=\{2; 4; 6\}$ "gerade Zahl" und $B=$ "eine 6"